• Temperatur
  • Niederschlag
  • Sonnenschein
  • Erklärung
Temp_30d
Prec_30d
Sun_30d

Hier finden sie den 30-tägig fortlaufenden Klimaspiegel (Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein) für die Station Oberperfuss Hinterhof. Der Klimaspiegel wird täglich aktualisiert. Unter Klima/Jahresübersicht/Jahr/Klimaspiegel finden Sie den ganzjährigen Klimaspiegel des jeweiligen Jahres.

Lufttemperatur
Legende Temperatur

Das Tagesmittel der Lufttemperatur in Grad Celsius (° C) berechnet sich als Mittelwert aus den5-Minutenwerten des entsprechenden Tages. Liegt der Temperaturwert eines Tages unter dem langjährigen Mittelwert des angegebenen Bezugszeitraumes (z. B. 1981–2010), ist der Abstand zum langjährigen Mittelwert als bläuliche Fläche, liegt er darüber, ist der Abstand als rötliche Fläche dargestellt. Zusätzlich sind die bisher eingetretenen Minima und Maxima der Tagesmitteltemperatur eingetragen.

Niederschlag
Legende Temperatur

Die Niederschlagssumme eines Tages in Millimeter (mm, entspricht Liter pro Quadratmeter) wird aus den 5-Minutenwerten von 0 Uhr bis 24 Uhr berechnet. Sie ist als schwarz umrandeter Balken dargestellt. Zusätzlich setzt jeder Balken auf jenen des Vortages auf, sodass sich die bisher gefallene Niederschlagssumme seit Jahresbeginn bzw. über die letzten 30 Tage laufend aufsummiert.

Wie sich die täglichen Niederschlagssummen im Klimamittel des Bezugszeitraumes steigern, zeichnet die schräg verlaufende, dunkelgraue Linie nach. Die beiden hellgrauen Linien darunter bzw. darüber geben über die Extremfälle des (bis zum jeweiligen Tag) trockensten bzw. nassesten Jahres Auskunft. Fällt das aktuelle Jahr niederschlagsarm aus, ist der Abstand zum Klimamittel in braunen Farben, fällt es niederschlagsreich aus, ist der Abstand in blauen Farben dargestellt.

Sonnenschein
Legende Sonnenschein

Die Tagessummen der Sonnenscheindauer in Stunden (h) sind als gelbe Balken abgebildet. Der Verlauf des langjährigen Mittelwertes ist als eine die Balken schneidende Linie eingetragen. Die maximal (effektiv) mögliche Sonnenscheindauer (aus den bisher gemessenen Maxima), die u. a. die Horizontüberhöhung berücksichtigt, stellt eine die Balken einschließende Linie dar. Wird an einem Tag ein neuer Sonnenscheindauerrekord aufgestellt, ist dieser als oranger Balken dargestellt.

 

Klima Österreich

Österreich befindet sich in der sogenannten gemäßigten Klimazone, welche sich durch kühle Winter und warme Sommer auszeichnet. Der Klimacharakter des Westens (Vorarlberg bis Salzburg) entspricht dabei eher dem mitteleuropäisch- ozeanischem Klimatyp (stets feuchte Westwinde, abwechslungsreiches Wetter mit geringen Temperaturschwankungen), während speziell die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland bereits im Einflussbereich des pannonisch- kontinentalen Klima liegen (kalte Winter, heiße Sommer, wenig Niederschlag). Der südliche Teil des Landes (Kärnten, Steiermark) befindet sich am Rande der mediterranen Klimaregion, was sich in heißen Sommern mit wenig Niederschlag und einem sehr feuchten Herbst auswirkt. Die Alpen stellen im Allgemeinen eine Wetterscheide dar, die den Süden vor kalten Nordwinden abschirmen und für hohe Niederschlagsmengen in den Alpenrandgebieten sorgen. Der mittlere Jahresniederschlag nimmt von Westen nach Osten hin tendenziell ab, zeigt jedoch sehr starke lokale Schwankungen. Die höchsten Jahresmengen (über 2000 mm) findet man in den klassischen Nordwest- und Nordstauregionen (Bregenzer Wald, Salzkammergut), während inneralpine Regionen (oberes Inntal, Ennstal) und die trockenen Gebiete im Osten (Seewinkel im Burgenland, nordöstlicher Teil des Wiener Beckens und das Marchfeld) im Jahresmittel auf kaum 600 mm kommen. Weiters zeigt sich eine Zunahme des Niederschlags mit der Höhe (Steigungsregen). Die tiefsten Temperaturen (unter Minus 30° C) werden, abgesehen von den Bergregionen, auf flachen Gebirgsplateaus (Seefeld) sowie in den vom Wind abgeschirmten Zentralalpentälern (Lungau, oberes Murtal) gemessen. Die heißesten Temperaturen (knapp unter 40° C) werden generell in der panonischen Tiefebene Ostösterreichs registriert. Die sonnenscheinreichsten Regionen findet man in den Mittelgebirgsregionen (Terassen im Inntal) und an der Südabdachung der Kärntner Südalpen.

 

Klima mittleres Inntal

Das mittlere Inntal zwischen Schwaz und Telfs zeichnet sich durch ein sehr mildes und trockenes Klima aus. Durch die West- Osterstreckung und den hohen Gebirgsketten im Norden (nördl. Kalkalpen, Karwendel bis 2700 m) und im Süden (Tiroler Alpenhauptamm bis 3500 m) ist diese Region sehr gut vor kalten Nord- und Nordwestwinden abgeschirmt. Durch leeseitiges Absinken sind die Jahresniederschläge für die Höhenlage sehr gering (Schwaz 1000 mm, Telfs 800 mm). Im Winterhalbjahr herrscht sehr oft eine Inversionswetterlage mit tiefen Temperaturen und Dunst oder Nebel im Tal und milden, sonnigen Verhältnissen in den Mittelgebirgsregionen und im Gebirge. Die Windverhältnisse im Tal sind sehr stark durch die Talwindzirkulation bestimmt (starker Ostwind am Nachmittag und Abend und ein wesentlich schwächerer Westwind von der zweiten Nachthälfte bis in den Vormittag hinein). Ein sehr ausgeprägtes und spezifisches Phänomen des mittleren Inntals ist der Föhn. Bei südlicher Anströmung dringt milde, trockene Luft durch das Wipptal bis nach Innsbruck vor und verursacht hier den typisch böigen, trockenen und warmen Südföhn. Bei Innsbruck prallt diese Strömung auf die Nordkette und spaltet sich in zwei Teile auf. Der weitaus größere Anteil strömt ins Unterinntal ab, wo der Föhn als Westwind wahrgenommen wird. Westlich von Innsbruck ist der Föhn als Ostwind vorzufinden und läßt sich oft nur schwer vom typischen Taleinwind unterscheiden. Das Gebiet zwischen Telfs und Innsbruck kennt jedoch auch die umgekehrte Version des Föhns, den sogenannten Nordföhn. Durch starke nördliche Anströmung sinkt die kalte Luft über das Seefelder Plateau ins Inntal herab und verursacht hier trockene Verhältnisse, während die nördlichen Gebirge sich im Stau befinden und ergiebige Niederschläge erhalten. Diese Strömung biegt dann in Innsbruck in das Wipptal ab und gliedert sich wieder in die Nordströmung ein. Der Südföhn tritt das ganze Jahr über auf, zeigt aber ein Maximum im Herbst. Der Nördföhn ist mehr oder weniger auf das Winterhalbjahr beschränkt und tritt oft in Verbindung mit Kaltfronten auf. Die nördlichen Teile der Region sind im Vergleich zu den schattigen nördlichen Abhänge südlich des Tals, vor allem im Winterhalbjahr temperaturmäßig begünstigt. Die Schneelage im Inntal ist generell als sehr spärlich zu bezeichnen. Typischerweise findet man eine geschlossene Schneedecke von Anfang Dezember bis Mitte März vor, welche jedoch selten durchgehend vorhanden ist. Die größten gemessenen Schneehöhen befinden sich im Bereich von 50 cm - 1 m im Tal, meistens ist die Schneedecke jedoch zwischen 5 und 20 cm dick.

 

Klima Oberperfuss

Oberperfuss befindet sich auf der südlichen Mittelgebirgsterrasse westlich des Eingangs des Sellraintales. Wegen der Abschattung durch die südlich vorgelagerten Berge sind diese Mittelgebirgsterrassen im Winter generell als schattig zu bezeichnen. Dies trifft jedoch nur sehr bedingt auf Oberperfuss zu. Durch das Sellraintal, welches bei Kematen in das Inntal mündet, ist die Blickrichtung Süden mehr oder weniger frei, was zu einer sehr spezifisch hohen jährlichen Sonnenscheindauer führt. Durch dieses Phänomen zählt Oberperfuss zu den mildesten Orte der Tiroler Mittelgebirgsterrassen. Oberperfuss zeichnet sich weiters durch ein sehr ausgeglichenes Klima aus. Durch die abschüssige Lage am Hang sind die Minimatemperaturen wesentlich höher als im Inntal. Auf der anderen Seite sind die Maximaltemperaturen durch die Höhenlage gedämpft. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 7,4° C, was für eine Höhenlage von gut 800 m als sehr hoch einzuschätzen ist. Durch die Lage südlich des Inntals befindet sich der Ort nicht mehr im Nordstau, was sich negativ auf die Jahresniederschlagsmenge auswirkt. Auch der im Winter regelmäßig auftretende Nordföhn und die nicht sehr gewitteranfällige Position sorgen dafür, dass die Jahresniederschlagsmenge von knapp 900 mm einem inneralpinen Trockengebiet entspricht. Den meisten Regen gibts in den Sommermonaten von Juni bis August aus konvektiven Schauern und Gewittern. Heftige Gewitter treten im Sommer nur sehr selten auf, meistens ziehen sie mit der bei Gewitterlagen typischen südwestlichen Anströmung vom Sellraintal über die Axamer Mittelgebirgsterrasse nach Innsbruck. Die größten täglichen Niederschlagsmengen werden bei Genua Zyklonen und Warmfronten aus Nordwesten beobachtet, wo durchaus mehr als 50 mm/24h erreicht werden können. Durch die sonnige Lage und die trockenen Verhältnisse sind die Schneemengen in Oberperfuss sehr gering, verglichen mit der nördlichen Inntalseite (Seefeld). Neuschneesummen von 50cm pro Tag treten nur alle paar Jahre einmal auf. Selbst in den Rekordwintern 1998/99 und 2005/06 ist die Gesamtschneehöhe nie über 1 m angestiegen. Durch die erhöhte Lage (200m oberhalb der Talsohle des Inntales) ist das Talwindsystem in Oberperfuss eher gering ausgeprägt. Der Föhn stößt relativ selten nach Oberperfuss vor und ist meistens als böiger Ostwind auszumachen. Bei sehr starken und hochreichenden Föhnlagen kann es jedoch vorkommen, dass der Südföhn direkt vom Stubaier Alpenhauptkamm bis zu uns vordringt und dann als Südwind auftritt. Durch die enorme Absinkbewegung (über 2000 m) werden bei solchen Wetterlagen extrem hohe Temperaturen registriert. Ein weiteres sehr ortsspezifisches Wetterphänomen ist der sehr starke Hangabwind, vorallem im Frühjahr und im Herbst. Bei noch vorhandener Schneelage im Rangger Köpfl Gebiet kühlt die Luft dort bei schönem Wetter am Abend sehr stark aus und sinkt dann zügig bis nach Oberperfuss ab. Hier überlagert sich dieser Hangabwind mit dem Talauswind aus dem Sellraintal und führt zu Windspitzen von bis zu 40 km/h in den Abend- und frühen Nachtstuden. Dieser starke südlich bis südwestliche Wind hört meistens erst nach Mitternacht auf, wenn das Inntal stark auskühlt und der Temperaturunterschied zum Rangger Köpfl Gebiet abnimmt. Durch diese Luftbewegung in der Nacht sind die Minimatemperaturen im Vergleich zum Inntal relativ hoch. Auf der anderen Seite sind durch die starke Luftbewegung milde Abende zum Draußensitzen in Oberperfuss sehr selten.

  • Klimatabelle
  • Klimadiagramm

Klimatabelle Oberperfuss

Monat
mittl. Temperatur:
mittl. Maximum:
mittl. Minimum:
abs. Maximum.:
abs. Minimum:
mittl. Niederschlag:
max. tägl. Niederschlag:

mittl. Sonnenscheindauer:

Jänner
-2,1
2,1
-5,0
16,3
-16,9
38,5
30,3
90,8
Feber
-0,6
4,4
-4,1
18,8
-18,3
53,4
66,3
110,0
März
4,0
9,8
-0,3
22,0
-17,5
57,5
61,6
142,2
April
8,1
14,4
3,1
27,3
-9,6
51,6
34,3
158,9
Mai
12,9
19,4
7,4
30,4
-0,8
80,3
78,8
186,4
Juni
15,7
22,0
10,3
34,1
1,8
109,8
51,3
176,5
Juli
17,5
24,1
12,2
34,7
4,5
125,3
44,1
203,7
August
16,9
23,0
12,1
35,4
4,6
123,9
51,5
187,2
September
13,2
19,0
8,7
30,2
-0,5
84,1
78,0
151,5
Oktober
8,8
14,0
4,9
24,6
-6,6
60,3
50,0
137,3
November
2,7
6,8
-0,1
18,8
-13,1
54,3
35,9
86,7
Dezember
-1,0
2,5
-3,5
13,7
-19,1
53,1
28,9
75,7
Jahr
8,1
13,5
3,8
35,4
-19,1
890,3
78,8
1706,6
Klimadiagramm

Hier finden Sie diverse Diagramme der verschiedenen metorologischen Parameter für die Jahre ab 2005

Hier finden Sie die Schneehöhen für die Oberperfer Stationen

  • 98
  • 98/99
  • 99/00
  • 00/01
  • 01/02
  • 02/03
  • 03/04
  • 04/05
  • 05/06
  • 06/07
  • 07/08
  • 08/09
  • 09/10
  • 10/11
  • 11/12
  • 12/13
  • 13/14
  • 14/15
  • 15/16
  • 16/17
  • 17/18
  • 18/19
98
98
98
98
98
98
98
98
98
98
98
0809
09/10
10/11
11/12
12/13
13/14
14/15
15/16
16/17
17/18
18/19

Hier finden Sie Zeitraffer Filme der Webcam Oberperfuss Hinterhof

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
  • Extremwerte
  • Aussergewöhnliche Ereignisse
Extremwerte für die Station Oberperfuss Hinterhof 
seit dem 1.1.1998
Beschreibung
Wert
Datum
Uhrzeit
Höchste je gemessene Temperatur
35,4 °C
13.08.2003
15:20
Tiefste je gemessene Temperatur
- 19,1 °C
14.12.2001
06:30
Wärmster Tag
26,3 °C
07.07.2015
Kältester Tag
- 15,7 °C
14.12.2001
Wärmstes Jahr
9,2 °C
2011
 
Kältestes Jahr
7,6 °C
2010
 
Höchste Tagesniederschlagsmenge
78,8 mm
22.05.1999
Höchste Stundenniederschlagsmenge
37,2 mm
26.06.2008
19:00 - 20:00
Höchster 5-min Niederschlagswert
11,1 mm
29.07.2008
21:05 - 21:10
Nassestes Jahr
1208 mm
2002
 
Trockenstes Jahr
738 mm
2010
 
Längste Trockenperiode
44 Tage
22.10.2011
05.12.2011
Längste Frostperiode
17 Tage
29.01.2012
15.02.2012
Höchste Windgeschwindigkeit
89,0 km/h
29.04.2012
10:18
Höchster Luftdruck
1044,8 hPa
16.02.2008
22:50
Tiefster Luftdruck
976,2 hPa
30.01.2015
04:44
Größte Schneehöhe
88 cm
19.02.1999
07:00
Längste durchgehend geschlossene Schneedecke
131 Tage
19.11.2005
29.03.2006
Größte Schneehöhe Station Obere Gasse
97 cm
09.03.2006
07:00

Hier finden Sie Berichte über außergewöhnliche Ereignisse, die ich in Oberperfuss beobachtet habe

 

28.3.1990: Das Sturmtief "Wiebke" zieht mit Orkanstärke über Süddeutschland, die Schweiz und Österreich. Es werden Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 285 km/h (Jungfraujoch) gemessen. Durch die sehr westliche Anströmung (parallel zum Inntal) kommt es auch in Oberperfuss zu schweren Schäden am Waldbestand.

17.12.1991: Eine Warmfront aus Nordwesten (der Schneebringer schlechthin für uns) führt zu extrem starken Aufgleitniederschlägen im gesamten Tiroler Alpengebiet. In der Nacht auf den 17.12. und bis Mittag herrscht heftiger Schneefall und die Schneehöhe steigt auf über 40cm an. Am Nachmittag geht durch die starke Warmluftzufuhr der Schneefall bis auf 1500m in Regen über. Der Niederschlag dauert bis in den Morgen des 18.12. an und führt dazu, dass fast die gesamte Schneedecke wieder dahinschmilzt. Die Folge sind lokale Überschwemmungen und zahlreiche Hangrutschungen im Ortsgebiet.

11.1.1995: Ein Tief über Polen lenkt kalte und sehr feuchte Luftmassen an die Alpen. Die Folge sind heftige Schneefälle in Tirol, die auch den Alpenhauptkamm betreffen. In der Nacht auf den 11.1. und auch noch den ganzen Tag über schneit es sehr stark in Oberperfuss. Die Schneehöhe wächst bis auf über 50cm an. An der Alpennordseite fällt weit mehr als 1m Neuschnee und auch in Innsbruck wird eine neue Rekordneuschneehöhe von 70cm registriert.

Winter 1998/99: Ab 20. Januar führt ein stabiles Hochdruckgebiet über dem östlichen Atlantik zu einer starken Nordanströmung über Mitteleuropa. Die darin eingelagerten Tiefs führen zu ständigen Niederschlägen im Alpenraum. Diese Wetterlage hält bis Ende Februar an und führt zu enormen Schneemengen. In Oberperfuss wird am 19.2. eine Schneehöhe von 88cm gemessen, Rekord. Danach führt eine starke Erwärmung mit Regen bis in die Hochlagen zu einer kritischen Lawinensituation. Auf den Bergen der Nordalpen werden Schneehöhen von über 5 Metern gemessen (Zugspitze 5,50m). 23.2. Lawinenkatastrophe von Galtür.

22.5.1999: Ein sogenanntes Vb (Fünf-B-Tief) Tief (Entstehung über den Golf von Genua und Zugbahn danach quer über Österreich) sorgt für eine extreme Hochwassersituation im gesamten Nordalpenbereich von Vorarlberg bis Oberösterreich. Auch in Oberperfuss schüttet es den ganzen Tag hinweg durch, was zu einer bis heute nicht mehr erreichten Tagesniederschlagsmenge von 79 mm führt. Im gesamten Niederschlagszeitraum von 3 Tagen fallen sogar 123mm. Einige Bäche im Ortsgebiet treten über die Ufer. Das gesamte Lechtal im Ausserfern wird schwer verwüstet. Schneefallgrenze sinkt bis auf 2000m. Neuer Mai-Schneerekord auf der Zugspitze mit 6,20m.

14.12.2001: Ein Kaltluftropfen welcher von Russland quer über Mitteleuropa zieht verursacht arktische Verhältnisse in Österreich. Es werden landesweit Temperaturen von unter -15 Grad gemessen. In Oberperfuss fällt das Thermometer am Abend des 14.12. auf -19,1 Grad, was einem neuen Stationsrekord entspricht. In windgeschützten Muldenlagen wie etwa in Seefeld fallen die Temperaturen sogar nahe an die -30 Grad.

Sommer 2003: Der Jahrhundertsommer beginnt Mitte Mai und dauert bis Ende August. Ständige Hochdrucklagen oder Südwetterlagen bringen tropisch heiße Luftmassen nach Mitteleuropa. An der Station Oberperfuss werden sensationelle 31 Tage gezählt, an denen das Thermometer über 30 Grad steigt. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird in der ersten Augusthälfte erreicht, wo 12 Tage in Serie ein Maximum von über 30 Grad aufweisen. Die höchste Temperatur wird am 13. August mit 35,4 Grad gemessen. In Teilen Deutschlands steigt an diesem Tag die Temperatur auf über 40 Grad an (Karlsruhe 40,2 Grad). Extreme Trockenheit und eine bisher nie dagewesene Ausaperung der Gletscher sind die Folge.

23. August 2005: Ein sehr ausgeprägtes Mittelmeertief zieht von der Adria in nordöstlicher Richtung quer über Österreich. Mit der auf der Rückseite dieses Tiefs verbundenen Nordanströmung werden sehr feuchte, milde Luftmassen an die Alpennordseite gestaut. Die Folge sind tagelange Regenfälle zwischen Vorarlberg und Oberösterreich. Der Höhepunkt wird am 23. August erreicht, wo große Gebiete Westösterrreichs unter Wasser stehen. Das Paznauntal und das gesamte Ausserfern werden schwer verwüstet. Der Inn erreicht in Innsbruck einen neuen Höchststand und nur knapp entgeht die Landeshauptstadt einer Katastrophe. Weiter westlich tritt der Inn mehrere Male über die Ufer und richtet großen Schaden an. Die Niederschlagsmengen während der gesamten Niederschlagsphase übertreffen in den nördlichen Regionen Tirols die 200mm Marke, stellenweise werden sogar über 300mm registriert (Warth). Selbst in Oberperfuss fallen in den gesamten 3 Niederschlagstagen über 110mm. Verschärft wird die ganze Hochwassersituation durch den feuchten vorangegangenen Verlauf des Augusts und durch die sehr hohe Schneefallgrenze während des Hauptniederschlags (an die 3000m).

Winter 2005/06: Am 19. November fällt der 1. Schnee, welcher bis Ende März liegenbleibt. Dieser Winter ist gekennzeichnet durch konstant tiefe Temperaturen, jedoch ohne extreme Tiefsttemperaturen. Es fehlen die bei uns typischen Warmlufteinbrüche und dadurch bleib die Schneedecke den ganzen Winter über geschlossen. Insgesamt sind die Neuschneemengen durchaus normal, doch durch die ständige Akkumulation sind vor allem im März extreme Schneemassen vorhanden. Auf den Bergen war der Winter sogar eher schneearm, in den Tälern werden jedoch sämtliche Rekorde gebrochen (Station Obere Gasse 97cm).

Juli 2006: Eine extreme Hitzewelle von Mitte Juni bis Ende Juli führt in vielen Gegenden Österreichs zum wärmsten Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. In Oberperfuss gibt es 9 Tage mit über 30 Grad, Maximum am 20. Juli mit 33,0 Grad. Bereits Anfang Juli apern die meisten Gletscher aus. In vielen Gebieten gibt es erhebliche Ernteausfälle durch die andauernde Hitze und Trockenheit. Die Hitzewelle endet jedoch ziemlich abrupt Anfang August, was einen ähnlich heißen Sommer wie 2003 verhindert.

Winter 2006/07: Der wärmste Winter den es in den letzten 200 Jahren gegeben hat. Der Dezember ist um über 2 Grad zu warm, Jänner und Februar schaffen sogar eine Abweichung von ungefähr plus 4 Grad. Damit verbunden natürlich Tauwetter bis in große Höhen und nur sehr eingeschränkte Wintersportmöglichkeiten. Im gesamten Winterhalbjahr 2006/07 werden in Oberperfuss nur 28 Tage mit einer geschlossenen Schneedecke gezählt. Der einzige wirklich ergiebige Schneefall ist am 20. März mit 30cm zu verzeichnen.

April 2007: Eine sehr stabile Hochdrucklage führt zu nahezu wolkenlosem Wetter das gesamte Monat über. Es ist der sonnenscheinreichste Monat in vielen Gebieten (obwohl der April viel weniger mögliche Sonnenstunden hat als der Juni oder der Juli). Im Süden Deutschlands gibt es sogar Stationen an denen die maximal mögliche Sonnenscheindauer registriert wird. In Oberperfuss gibt es nur 3 Niederschlagstage aber 285 Sonnenstunden.

September 2006 - Juli 2007: Unglaubliche 11 Monate in Serie sind zu warm im Vergleich zum Klimamittel von 1960 - 1990. Noch nie hat es eine positive Abweichung über einen so langen Zeitraum gegeben. Das Jahr 2007 wird als eines der wärmsten in die jüngere Klimageschichte eingehen. Der Winter 2007/08 ist in den Tälern sogar noch schneeärmer als der vorangegangene, wenn auch nicht ganz so warm.

26. Juni 2008: Am späteren Nachmittag entwickelt sich über dem Roßkogel eine heftiges Gewitter, das gegen 19 Uhr über Oberperfuss hinwegzieht. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Zelle bewegt, ist dabei sehr niedrig, wodurch es zu einem sehr lang andauernden Gewitterregen im Ortsgebiet kommt. Dabei wird in der Stunde zwischen 19 und 20 Uhr eine Niederschlagsmenge von 34,5 mm registriert, einem neuen Stundenrekord für die Station Oberperfuss Hinterhof. Auch in der Nacht kommt es zu weiteren gewittrigen Regenschauern, wodurch sich die Niederschlagssumme bis auf 50 mm erhöht. Zahlreiche überschwemmte Keller und einige Murenabgänge sind die Folge.

29. Juli 2008: Nach einem heißen Tag bilden sich in der schwülwarem Luft zahlreiche Gewitterzellen über Nordtirol. In Oberperfuss kommt es folglich zum wahrscheinlich heftigsten Gewitter seit Aufzeichnungsbeginn 1995. Eine Gewitterzelle über dem Sellrain und eine aus dem Oberland vereinigen sich genau über dem Ortsgebiet und führen zu sintflutartigen Regenfällen (11,2 mm in 5 min) und Hagel. Auf Grund der heftigen Niederschläge kommt es zu einer starken Abkühlung und folglich zur Ausbildung eines sogenannten Downbursts. Die dabei auftretende Spitzenwindgeschwindigkeit lag bei 78,5 km/h (3-min Mittel), wobei einzelne Böen wahrscheinlich an die 120 km/h erreichten. Die Folge sind massive Sturmschäden mit reihenweise entwurzelten Bäumen. Vor allem in den kanalisierten Tälern im Bereich Kögelgasse und in Richtung Ranggen bleibt kaum ein Baum verschont.

21. Dezember 2008: Ein ausgeprägtes Frontensystem aus Nordwesten führt in der Nacht auf den 21. Dezember zu heftigen Schneefällen und zu einer Schneehöhe von über 30 cm in Oberperfuss. Die folgende Warmfront lässt die Schneefallgrenze am Nachmittag jedoch auf über 1800 m ansteigen, wodurch der gesamte Schnee wieder schmilzt. Kleinräumige Überschwemmungen und Murenabgänge sind die Folge.

18. Juli 2009: Eine massive Kaltfront erreicht den Westen Tirols in der Nacht auf den 18. Juli 2009. Der dabei auftretende Temperatursturz ist in weiten Teilen Österreichs der größte in den letzten 20 Jahren. In Wien sinkt die Temperatur innerhalb von wenigen Stunden um 22 Grad. In Oberperfuss fä die Temperatur von 25 Grad auf 7 Grad. Den ganzen 18. Juli fällt starker Regen (Summe 36 mm), die Schneefallgrenze sinkt auf 1600 m. Über 2000 m fallen über 30 cm Neuschnee, auf der Zugspitze 50 cm.

13. Juli 2009: Ein kräftiges Gewitter zieht in den Abendstunden vom Roßkogel kommend über Oberperfuss. Dabei kommt es zu heftigem Regen und eingelagertem Hagel. Im Hinterhof sind die Hagelkörner mit 1cm Durchmesser relativ klein, jedoch in der Oberen Gasse kommt es auf Grund von Hagelkörnern bis 3cm zu massiven Schäden an Dächern. Dabei werden der Niederschlagsmesser und die Temperaturstation stark in Mitleidenschaft gezogen.

November 2009 - April 2010: Eine extreme Dürreperiode beherrscht die inneralpinen Regionen. Unglaubliche 6 Monate in Folge sind zum Teil extrem trocken. Seit 1892 hat es in Innsbruck in den Monaten Jänner bis April nicht mehr so wenig geregnet wie in diesem Jahr. Auf den Bergen liegt vor allem in den Nordalpen extrem wenig Schnee (Negativrekord auf der Rudolfshütte). In Oberperfuss fallen insgesamt in diesem Bereich nicht einmal 50% der üblichen Niederschlagsmenge. Auc der folgende Sommer (Juni, Juli) ist viel zu trocken.

Juli 2010: Ab der letzten Juniwoche beherrscht eine extreme Hitzewelle das Wetter in Österreich. In den 4 Wochen bis zum 22.7 (Kaltfront) steigt das Thermometer 9mal über 30 Grad (Max. 33,3°C) und es werden 21 Sommertage registriert. In den letzten Jahren gab es nur 2003 und 2006 eine vergleichbare Hitzewelle.

Jahr 2010: Das Jahr 2010 war in einem sich ändernden Klima ein deutlicher Ausreißer. Erstens war es seit 1996 das erste Jahr das kälter als das Referenzmittel 1971-2000 war. Von den 12 Monaten im Jahr waren 8 zu kalt. Zweitens war es das trockenste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn in Operperfuss. 10 der 12 Monate verliefen zu trocken und mit 730 mm wurden nur 78% des Normalwerts erreicht.

September 2010 - April 2011: In 8 Monaten in Folge wird die mittlere Monatsniederschlagssumme zum Teil deutlich unterschritten. Nach dem trockenen Winter 2009/2010 ist dies innerhalb eines Jahres die 2. große Trockenperiode. Folglich liegen auch die Schneehöhen auf den Bergen im Frühjahr 2011 deutlich unter dem Mittelwert. Der April 2011 ist mit nur 9 Litern der 2. trockenste nach 2007.

August 2011: Nach einem kühlen Juli kommt der Sommer ab Mitte August richtig in Fahrt. Ab dem 21.8. gibt es 6 heiße Tage in Folge mit einem absoluten Maximum von 33,7°C am 23.8. In Innsbruck sogar 10 Tage in Folge über 30 Grad. Eine massive Kaltfront beendet die Hitzewelle am 27.8. mit Schneefall bis 1600m und einem Temperatursturz von 31.8°C auf 4.6°C in 36 Stunden. Insgesamt ist der August um über 2 Grad zu warm.

11. September 2011: Mit Föhnunterstützung klettert das Thermometer in Oberperfuss das erste mal seit Aufzeichnungsbeginn an einem Septembertag auf über 30 Grad. 30.2°C bedeuten neuen Stationsrekord.

19. September 2011: Eine massive Kaltfront aus Nordwesten führt zu einer Tiefdruckentwicklung über Genua und folgend heftigen Aufgleitniederschlägen in Tirol. Am 18. September zu Mittag setzt der heftige Niederschlag an und dauert ziemlich genau 24 Stunden an; in Summe fallen in Oberperfuss in diesem Zeitraum sagenhafte 68 mm, im Raum Innsbruck sogar noch deutlich mehr (Rinn 110 mm). Auf Grund der massiven Niederschläge sinkt die Schneefallgrenze kontinuierlich und erreicht am Vormittag des 19. Septembers den Talgrund des Inntals. 1 cm in Oberperfuss und 1 cm in Innsbruck bedeuten den ersten Septemberschnee im Inntal seit 1936! Am Brenner fallen über 30cm Neuschnee, auf den Gletschern stellenweise bis 1m. Rekordverdächtig.

Herbst 2011: Der Herbst 2011 wird von Hochdruck und Südlagen dominiert. Als Folge gibt es wochenlangen Sonnenschein auf den Bergen und Dauergrau im Alpenvorland. Die Trockenheit des Jahres erreicht ihren Höhepunkt im November. Vom 20. Oktober bis 5. Dezember gibt es fast 7 Wochen lang keinen Niederschlag und durch die häufigen Föhnlagen neue Rekordwerte auf den Bergen. Am 5.11. wird in Oberperfuss ein neuer Novemberrekord mit 18.3°C registriert und das Tagesmittel an diesem Tag mit 14.8°C (Rekord) entspräche normalerweise einem Junitag. Der November 2011 geht als erster Monat überhaupt (seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Innsbruck 1880) mit 0.0 mm in die Geschichtsbücher ein.

Winter 2011/12: Ab Mitte Dezember stellt sich die Wetterlage komplett um und eine West- bis Nordwestlage bringt zahlreiche Warm- und Kaltfronten mit erbiebigen Niederschlägen nach Oberperfuss. Die höchste Schneehöhe liegt bei 58 cm (OG 75 cm) am 21. Jänner, eine Schneehöhe welche seit 2006 nicht mehr erreicht wurde. Die darauffolgende Warmfront führt jedoch zu ergiebigen Regenfällen bis 1800 m und starkem Tauwetter. Mit dem Monatswechsel Jänner/Februar stellt sich die Wetterlage wieder komplett um und Nordostwind bringt sibirische Kaltluft nach Mitteleuropa. An 16 Tagen in Folge wird die 0°C Grenze nicht erreicht und an sagenhaften 12 Tagen in Folge wird ein Minimum von unter -10°C gemessen. Der absolute Tiefstwert wird am Morgen des 4. Februars mit -18.3°C gemessen, wobei diese Nacht nicht einmal ganz klar verlaufen ist. Eine ähnliche Kältewelle wurde in den letzten 100 Jahren nur in 3 Wintern registriert (1929, 1956, 1986). Am 20. Feber liegen im Hinterhof noch 55cm, in der OG sogar 88cm Schnee.

April 2012: Der April 2012 verläuft sehr wechselhaft und kühl. Durch die starken Niederschläge und durch zahlreiche Wintereinbrüche wird die gute Schneelage auf den Bergen noch deutlich aufgestockt. Um den 20. April liegen zum Beispiel auf der Zugspitze gut 6m Schnee, ein Wert der nur alle 10 Jahre erreicht wird. Auch in Oberperfuss kommt es im April 2012 4 mal zur Ausbildung einer Schneedecke. In der letzten Aprilwoche stellt sich jedoch eine beständige Südlage ein und Dauerföhn (5 Tage durchgehend) bringt sehr hohe Temperaturen und starke Schneeschmelze mit sich. Fast in ganz Österreich purzeln die Aprilrekorde (höchster Wert 32.0°C am 28.4 in Waidhofen (NÖ)). In Oberperfuss bringt der Föhnsturm gleich 2 neue Rekorde: mit 89.0 km/h wird die bis dato höchste Windgeschwindigkeit an der Station Hinterhof gemessen (29. April., 5-Minuten Mittel) und mit 27.3°C stellt der 28. April auch einen neuen April-Temperaturrekord auf. In der Nacht sinkt das Thermometer kaum unter 20°C.

16. Mai 2012: Nach einer Hitzewelle um den 10. Mai überquert am 15. Mai eine massive Kaltfront Österreich von Nordwesten. In der kräftigen Nordwestströmung kommt es zu andauernden Niederschlägen in Tirol (Hinterhof 20 mm) und in der Nacht auf den 17. Mai sinkt die Schneefallgrenze im Inntal bis auf 700 m ab. 1 cm in Oberperfuss (OG 2 cm) bedeuten die erste Maischneedecke seit Aufzeichnungsbeginn 1995.

Sommer 2012: Eine andauernde südwestliche Höhenströmung bringt von Mitte Juni bis Ende August stetig heisse, subtropische Luftmassen nach Mitteleuropa. In der energiereichen Luft kommt es immer wieder zu teils heftigen Gewittern. So kommt es fast täglich zu starken Niederschlägen mit Blitz und Donner und tlw. Hagel (in Summe 570 mm). Im Zuge solcher heftiger Gewitter kommt es im Ortsgebiet von Oberperfuss 3mal zu einem total Stromausfall und die Wetterstation Hinterhof wird sowohl am 21. Juni als auch am 20. August durch Blitzschlag zum Teil schwer beschädigt. Trotz des schneereichen Winters schmilzt der ganze Schneevorrat auf Tirols Gletschern und die Massenbilanz ist nach 2003 die 2.schlechteste in der jüngeren Klimageschichte.

Weihnachten 2012: Nach einem winterlichen Dezemberstart mit viel Schnee und Kälte gelangen mit einer südwestlichen Höhenströmung ab dem 15. Dezember sehr milde Luftmassen nach Mitteleuropa. Der Höhepunkt des Tauwetters findet ausgerechnet zu Weihnachten statt. Am Heiligen Abend gibt es in Oberperfuss Temperaturen von mehr als 10 Grad und Regen bis über 2500m hinauf, die Frostgrenze befindet sich bei unglaublichen 3500m.

Jänner 2013: An einer scharfen Luftmassengrenze zwischen milder Atlantikluft im Westen und kontinentaler Kaltluft im Osten kommt es am 5. Jänner zu einer starken Nordanströmung mit ergiebigen Niederschlägen in Österreich. Tirol liegt auf der milden Seite der Luftmassengrenze wodurch die Schneefallgrenze hier ständig um 1500m pendelt. Für ordentliche Niederschlagskühlung und eine folgende tiefe Schneefallgrenze ist der Höhenwind zu stark. In Summe wird an diesem Tag in Oberperfuss mit 30.3mm ein neuer Tagesniederschlagsrekord für den Jänner erreicht. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt jedoch weiter östlich im Unterinntal wo teilweise 150mm an Regen fallen. Durch die massiven Neuschneemengen in den Bergen und dem stürmischen Nordwind steigt die Lawinengefahr auf Stufe 4 an.

Februar 2013: Nach dem wechselhaften Jänner folgt ein sehr winterlicher Februar. 4 Wochen hindurch herrschen sehr kalte Temperaturen und es kommt zu zahlreichen Schneefällen. Ende Februar liegen im Hinterhof 37cm Schnee, in der OG 57cm. Die Schneelage auf den Bergen ist auch sehr gut. Der Februar ist jedoch sehr trüb mit viel Nebel und wenig Sonnenschein. Der Winter 2012/13 ist generell einer der sonnenscheinärmsten seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen (~1880). Anfang März stellt sich das Wetter komplett um und mit einer 4 Tage andauernden Südföhnlage mit Temperaturen bis 15 Grad apert Oberperfuss rasch bis auf 1200m aus.

März 2013: Nach einem sehr warmen Beginn mit Föhn und starker Schneeschmelze kommt es ab Mitte März zu einem deutlichen Temperaturrückgang. Ein beständiges Hoch über Skandinavien sorgt auf dessen Südseite für eine starke Nordostströmung welche kalte, sibirische Luftmassen nach Österreich bringt. Mehrmals schneit es bis in die Täler und teilweise werden Temperaturen von unter -10°C gemessen. Auf den Bergen türmen sich Schneemassen. In Ostösterreich hat diese Wetterlage einen der kältesten März seit 200 Jahren zur Folge.

Mai 2013: Der Mai 2013 verläuft durchwegs sehr wechselhaft und kühl. In vielen Teilen Mitteleuropas zählt er zu den feuchtesten und kältesten Mai in der jüngeren Klimageschichte. In Oberperfuss ist es nicht ganz so schlimm, aber in Summe bleibt ein deutliches Minus von -1.7°C gegenüber dem Normalwert. Ende des Monats kommt es auf Grund von 2 aufeinanderfolgenden Tiefs welche vom Golf von Genua über die Adria nach Polen ziehen (Vb Tief) zu heftigen Niederschlägen im gesamten Alpenraum. Die Niederschlagsmengen entlang der Alpennordseite erreichen in Summe über 4 Tage bis 350mm, mehr als ein Drittel der Jahresmenge des mittleren Inntals. In Oberperfuss fallen durch Nordföhn abgeschwächt "nur" 85mm, in Innsbruck 120mm. Eines der schwersten Hochwässer der letzten Jahrzehnte ist die Folge. Ganze Landstriche entlang von Inn und Donau versinken in den Wassermassen und die höchsten je gemessenen Abflüsse werden registriert (Donau in Wien 11.000m3 pro sec, höher als in den Jahren 2002 und 2005). Das Tiroler Oberland bleibt davon weitestgehend verschont, da hier auf Grund der starken Niederschläge die Schneefallgrenze bis auf 1500m absinkt. Auf der Zugspitze fallen über 1.5m Neuschnee.

Juni 2013: Die kalte und unbeständige Witterung vom Mai setzt sich bis in den Juni hinein fort. Mitte Juni kommt es aber zu einer kompletten Umstellung der Wetterlage und mit südwestlicher Höhenströmung gelangen Luftmassen aus der Sahara nach Österreich. Eine Woche extremer Hitze mit Temperaturen weit über 30°C sind die Folge. Das absolute Maximum wird am 20. Juni in Waidhofen an der Ybbs mit 38.6°C gemessen, das ist die höchste je im Juni gemessene Temperatur und nur um 1.1°C weniger als der absolut höchste Wert in Österreich (39.7°C am 27.7.1983 in Dellach im Drautal). In Oberperfuss wird die 30°C Marke an 4 aufeinanderfolgenden Tagen überschritten mit einem Maximum von 33.1°C am 20. Juni.

Juli 2013: Nach verhaltenem Start kommt es ab der zweiten Juliwoche durch eine südwestliche Höhenströmung zu einer erneuten Hitzewelle, welche bis Ende des Monats anhält. In Oberperfuss wird an 5 Tagen die 30 Grad Grenze überschritten, der höchste Wert wird am 28.7. mit 33.1°C gemessen. In Summe ist der Juli um 2.5°C zu warm und deutlich zu trocken (nur 65% des Normalniederschlags). In Tirol fällt durch Gewitter wenigstens ab und zu etwas Regen, im Osten Österreichs ist die Lage weitaus prekärer. Hier wird in weiten Teilen überhaupt kein Niederschlag im Juli gemessen und durch die extreme Hitze (Maximum 39.2°C in Bad Goisern am 29.7.) kommt es zu starker Dürre und massiven Ernteausfällen. Österreichweit geht der Juli als trockenster und sonnenscheinreichster Monat seit Messbeginn vor ca. 130 Jahren in die Geschichte ein. Temperaturmäßig schafft er es auf den 2. Platz knapp hinter dem Juli 2006. Die Gletscher verlieren durch die hohen Temperaturen fast ihre gesamten Rücklagen aus dem schneereichen Frühlung und apern stark aus.

August 2013: Die Wetterlage vom Juli setzt sich im Wesentlichen bis zum 9.8. fort und die starke Warmluftzufuhr aus der Sahara führt zu neuen Rekordwerten in Österreich. In Oberperfuss wird an 5 Tagen die 30°C Marke geknackt, das absolute Maximam wird am 2.8. mit 33.6°C erreicht. Der Rekordwert von 35.4°C aus dem August 2003 wird in Oberperfuss trotz perfekter Ausgangslage (bis zu 28 Grad in 1500m) nicht erreicht, da der Föhn das Maximum dämpft (durch den starken Wind keine lokale überhitzung) und es ausserdem an den wärmsten Tagen bereits am frühen Nachmittag zu ausgedehnter Quellwolkenbildung kommt. Im Osten und Süden Österreichs passt hingegen alles zusammen und somit geht der 8.8. in die meteorlogischen Geschichtsbücher ein. An 3 Stationen wird die magische 40°C Marke überschritten mit einem absoluten Maximum von 40.5°C in Bad Deutsch-Altenburg an der niederösterreichisch-slowakischen Grenze. Noch nie in der über 230 jährigen Aufzeichnugsreihe der ZAMG war es in Österreich so warm (alter Maximalwert 39.7°C von 1983).

11. Oktober 2013: Eine starke Kaltfront aus Nordwesten bringt polare Kaltluft nach Mitteleuropa und durch die Bildung eines Genuatiefs kommt es zu massiven Aufgleitniederschlägen in Tirol. Diese perfekte Konstellation für ergiebige Niederschläge führt zu einem neuen 24h Niederschlagsrekord für Oktober (56.4mm) in Oberperfuss. Durch das Ausbleiben des Nordföhns kommt es außerdem zu einem starken Absinken der Schneefallgrenze auf Grund von Niederschlagskühlung (schmelzende Schneeflocken entziehen der Luft Energie und kühlen sie dadurch ab). Am Morgen des 11. Oktobers liegen im Hinterhof 21cm Neuschnee und die 18cm die in Innsbruck gemessen werden sind die höchste Schneemenge im Oktober seit Aufzeichnungsbeginn (1892) und die früheste Schneedecke die in Innsbruck jemals gemessen wurde. In der Oberen Gasse fallen sogar 40cm Neuschnee und auf der Roßkogelhütte konnten unglaubliche 60cm gemessen werden. Auf Grund des schweren Schnees und der noch belaubten Bäume kommt es zu starken Schäden am Baumbestand und als Folge fällt der Strom stundenlang aus.

Weihnachten 2013: Nach einem sehr milden und trockenen Dezemberverlauf kommt es genau zu Weihnachten zur Ausbildung einer massiven föhnigen Südströmung über den Alpen. Es ist das stärkste Föhnereignis des gesamten Jahres 2013 mit Orkanstärke auf den Bergen (Patscherkofel 176km/h) und schweren Sturmböen im Tal (Innsbruck 101km/h). Selbst im sonst eher windschwachen Oberperfuss erreichte die maximale Windgeschwindigkeit 74,5km/h und der Mittelwind am 25.12. beträgt unglaubliche 37,7km/h. Dementsprechend steigen auch die Temperaturen kräftig auf bis zu 11°C in Oberperfuss und 14°C in Innsbruck. Der Föhn bricht erst am Nachmittag des 26. Dezembers zusammen und es kommt zu Niederschlägen von mehr als 10mm bei einer Schneefallgrenze über 1200m. Am Südrand der Alpen bingt dieses Ereignis heftigen Schneefall mit bis zu 1m Neuschnee im Lesachtal.

Winter 2013/14: Der gesamte Winter besticht durch ständig wiederkehrende Südlagen, welche mit Föhnunterstützung sehr milde Luftmassen nach Nordtirol bringen. In Summe ist der Winter um mehr als 3°C zu warm was ihn zum zweitwärmsten Winter (nach 2006/07) seit Aufzeichnungsbeginn in österreich vor 230 Jahren macht. Außerdem ist er viel zu trocken (nur 65% des Normalniederschlags) und Schnee fällt in den Tälern Nordtirols nur sporadisch. Ganz anders sieht die Situation auf der Südseite der Alpen aus, wo sich Schneemassen auftürmen. Um den 30. Jänner fallen in Osttirol und Kärnten 1,5m Neuschnee innerhalb von 24h und viele Täler sind von der Außenwelt abgeschnitten (Lawinenwarnstufe 5). Am Loiblpass summiert sich ein Winterniederschlag von unglaublichen 1500mm auf.

Sommer 2014: Der Sommerbeginn im Juni verläuft noch vielversprechend mit viel Sonne und einer ersten Hitzewelle mit 3 heißen Tagen in Serie. Ab Mitte Juni stellt sich die Großwetterlage jedoch komplett um und Mitteleuropa gelangt zwischen das Azorenhoch und das Islandtief in eine Zone mit sehr wenig Luftmassenaustausch. Die Folge ist sehr wechselhaftes und schwüles Wetter mit wenig Sonnenschein (-20%). In Summe gibt es im gesamten Sommer nur 4 heiße Tage (3 davon Anfang Juni) und 22 Sommertage (normal über 30).

Herbst 2014: Im Gegensatz zum Sommer ist der Herbst 2014 geprägt von Hochdruck und Südlagen. Sehr häufiger Föhn bringt milde Luftmassen nach Tirol und sorgt für den wärmsten Herbst der jüngeren Klimageschichte (Aufzeichnungsbeginn ca. 1870). Vor allem der November schlägt mit +4,2°C alles bisher Dagewesene. In Summe steht im Herbst ein Plus von 2.2°C bei einem leichten Niederschlagsminus von 10%. In Innsbruck gibt es keinen einzigen Frosttag, in Oberperfuss nur 5. Auf Schnee wartet man bis Ende Dezember vergebens.

2014: Das Jahr 2014 geht als wärmstes Jahr in Österreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um 1768 ein. Mit einer Abweichung von 1,7°C gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1981-2010 verdrängt es das bisher wärmste Jahr 1994 (+1,2°C) deutlich auf Platz 2. Da in den Bergen die Abweichung generell etwas geringer ist, schafft es das Jahr 2014 mit einer Abweichung von +1,1°C im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010 in Oberperfuss nicht ganz an die erste Stelle. Hier war z.B. das Jahr 2011 geringfügig wärmer.

10. Jänner 2015: Nach einem kalten Jahresbeginn mit viel Schnee kommt es ab 8. Jänner mit einer sehr warmen Südwestströmung zu einem massiven Tauwetter. Der Höhepunkt der Mildphase wird am 10. Jänner erreicht. Durch leichte Föhnunterstütung purzeln an diesem Tag in ganz Öserreich zahlreiche Jännerrekorde. Auch in Oberperfuss wird mit 16,3°C ein neuer Stationsrekord erreicht und dabei der alte Rekord aus dem Jahr 2007 pulverisiert (13,8°C).

Karwoche 2015: Mit stürmischem Westwind gelangt am 30. März sehr milde Luft nach Tirol und dank Westföhn klettert die Temperatur auf sommerliche 22,4°C in Innsbruck und auf 20,0°C in Oberperfuss. Mit der darauffolgenden Kaltfront erreicht der Sturm auf den Bergen (Zugspitze 191km/h) und auch in manchen Tälern Orkanstärke (Oberperfuss 68km/h, Innsbruck 113km/h) - schwere Schäden sind die Folge. Die gesamte Karwoche verläuft sehr stürmisch und nass, mit einem ständigen Wechsel von Warm- und Kaltfronten. 5 mal schneit es dabei bis ins Inntal und auch der Ostersonntag beginnt weiß. Auf den Bergen der Nordalpen bis zu 1,5m Neuschnee und Lawinenwarnstufe 4.

Pfingsten 2015: Ein Kaltlufttropfen aus der Polarregion überquert am 19.5. die Alpen und sorgt für die Entstehung eines Genuatiefs. Durch die Mischung kalter Polarluft mit warmer und feuchter Mittelmeerluft kommte es in Tirol zu starken Aufgleitniederschlägen. Am 20.5. schüttet es den ganzen Tag und in Summe fallen in Oberperfuss 70mm, in Innsbruck 80mm und am Alpenhauptkamm bis 100mm Niederschlag. Durch die intensiven Niederschläge sinkt die Schneefallgrenze bis unter 1000m. Ein Verkerhschaos auf der Brennerautobahn und hohe Lawinengefahr sind die Folge. Die Sellraintalstraße wird vermurt, ein größeres Hochwasser bleibt aber auf Grund der tiefen Schneefallgrenze aus.

7.6.2015: Am Ende einer kurzen aber heftigen Hitzewelle (7 Sommertage und 2 heiße Tage in Serie) bilden sich am Abend des 7.6. über Tirol einige starke Gewitter. Durch die geringe Höhenströmung (gradientschwache Lage) bleiben die Gewitter mehrere Stunden über demselben Ort und verursachen dort enorme Niederschlagsmengen. Solch ein heftiges Gewitter bildet sich auch über dem Saigis in Sellrain und verursacht eine noch nie dagewesene Sturzflut. Innerhalb von 3 Stunden fallen in diesem Gebiet an die 150mm Niederschlag verbunden mit starkem Hagel - viel zu viel für den Fotscher- und Saigisbach. Beide treten über die Ufer und verursachen in Verbindung mit zahlreichen Murenabgänge schwere Schäden. Als Folge dessen überschreitet auch die Mellach die 100-jährige Hochwassermarke und überschwemmt das gesamte Tal von Sellrain bis nach Kematen. Zahlreiche Häuser werden schwer verwüstet. Die Straße bleibt monetalang gesperrt. Wie regional begrenzt die Lage war sieht man daran, dass in Oberperfuss "nur" 26mm und in Innsbruck gar nur 13mm an Regen gefallen sind.

7.7.2015: Am Höhepunkt einer Hitzewelle mit 9 Sommertagen und 5 heißen Tagen wird am 7.7. mit 26,3°C Durchsnittstemperatur der heißeste Tag in Oberperfuss seit Stationsbeginn 1995 registriert. Das absolute Maximum aus dem Jahr 2003 (35,4°C) wird zwar durch aufkommende Quellbewölkung am Nachmittag knapp verfehlt, doch die 34,7°C stellen einen neuen Julirekord dar. An der Station Innsbruck Universität wird mit 38,1°C ein neuer Rekord der über 200 Jahre alten Station aufgestellt.

Sommer 2015: 4 große Hitzewellen von Anfang Juni bis Ende August führen in Summe zum zweitwärmsten Sommer (nach 2003) in Österreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Oberperfuss ergibt sich eine Abweichung von 2,1°C vom langjährigen Mittel, es werden 49 Sommertage (Tmax > 25°C) und 19 heiße Tage (Tmax > 30°C) gemessen. In weiten Teilen österreichs (vor allem im Nordosten) zählt dieser Sommer auch zu den trockensten und sonnenscheinreichsten aller Zeiten. Die Gletscher verlieren massiv an Substanz.

November 2015: Vom 20. Oktober bis 19. November dominiert eine sehr stabile Hochdruckbrücke über Mitteleuropa das Wettergeschehen in Tirol. Durch eine leichte, südwestliche Höhenströmung werden immer wieder extrem warme und trockene Luftmassen herangeführt welche für einen verspäteten Altweibersommer sorgen. Diese Periode weist eine Abweichung von mehr als +6°C zum langjährigen Mittel auf, womit sie sogar noch wärmer als der November 2014 ist. Der Höhepunkt der "Hitzewelle" wird in Oberperfuss am 18. November mit 18,8°C erreicht - neuer Rekordwert für November. Außerdem fällt in diesen 31 Tagen nur ein einziges Mal (am 29.10.) leichter Niederschlag, was die 2. längste Trockenperiode (hinter dem November 2011) in der Stationsgeschichte von Oberperfuss bedeutet. Der erste Frost des Winters 2015/16 wird erst am 22.11. gemessen - so spät wie nie zuvor.

Dezember 2015: Die Großwetterlage vom Herbst setzt sich nahtlos auch im Dezember fort. Hochdruckwetter und eine milde Südwestströmung bestimmen den gesamten Monat und sorgen in Summe für eine Abweichung von +3,3°C gegenüber dem 30-jährigen Mittelwert. Damit ist der Dezember 2015 der wärmste Dezember seit Aufzeichnungsbeginn in Oberperfuss. Auf den Bergen beträgt die Abweichung sogar bis zu +6°C was überhaupt den relativ wärmsten Monat der über 200 Jahre langen Zeitreihe darstellt. Zusätzlich ist der Dezember auch noch extrem trocken - es fallen in Summe nur 13mm (-76%), was eine extreme Schneearmut bis ins Hochgebirge nach sich zieht. Viele Skigebiete können nur durch den immensen Einsatz von Kunstschnee (kalte Periode Ende November war hilfreich) einzelne Pisten öffnen.

2015: Nachdem 2014 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um 1768 in Österreich war, folgte mit 2015 ein fast ebenso warmes Jahr. Mit einer Abweichung von 1,5°C gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1981-2010 war es um nur 0,2°C kälter als das Vorjahr und damit das zweitwärmste Jahr der Messgeschichte in Österreich. In Oberperfuss war die Abweichung mit +1,1°C genauso hoch wie 2014, womit weiterhin 2011 als Rekordjahr bestehen bleibt (+1,2°C). Außergewöhnlich in diesem Wetterjahr war neben den schweren Gewittern im Sellrain im Sommer auch die Schneearmut im Herbst bzw. Winter. Die extrem warmen und trockenen Monate November und Dezember führten zu aperen Wiesen bis über 2500m an Weihachten 2015.

31.1.2016: Eine Warmfront aus Nordwesten gleitet auf die vorhandenen Kaltluft auf und bringt sehr starke Niederschläge nach Tirol. Innerhalb von 24 Stunden fallen in Oberperfuss 30mm Niederschlag, im Nordstau und am Arlberg bis zu 100mm. Durch die massiven Niederschläge pendelt die Schneefallgrenze im Inntal stets um 800m, während sie am Alpennordrand auf über 1500m ansteigt. Im Hinterhof ist es leider zu warm für große Schneemengen, es fallen nur 2cm, in der Oberen Gasse 10cm, in Stiglreith aber fast 30cm. Am nachfolgenden Tag steigt durch erneute Warmluftzufuhr die Nullgradgrenze auf über 3500m an und der meiste Schnee schmilzt bis 2000m - es herrrscht große Lawinengefahr.

1. - 5.4.2016: Eine starke südwestliche Strömung bringt extrem warme Luftmassen nach Tirol. Mit Föhnunterstützung steigen die Temperaturen im Inntal bis auf über 25°C. Auch in Oberperfuss klettert das Thermometer 4 Tage hintereinander über 20°C - sehr ungewöhnlich für Anfang April. Der Sonnenschein wird jedoch durch Unmengen an Saharastaub in der Luft getrübt.

25.-29.4.2016: Ein massiver Kaltluftvorstoß aus polaren Breiten sorgt für tiefwinterliche Verhältnisse in Tirol. 2 mal schneit es in diesen Tagen bis nach Oberperfuss herunter und an 3 Tagen wird Frost gemessen. In Kärnten fallen bis in die Tieflagen 30cm Neuschnee. Am 28.4. sinkt die Temperatur im Hinterhof bis auf -3,2°C, in der Oberen Gasse auf unter -4°C - massive Frostschäden an der blühenden Vegatation sind die Folge und größere Ausfälle bei der Obsternte sind zu befürchten.

Juni 2016: Mit einer Abweichung von +55% und einem Monatsniederschlag von 170,7mm ist der Juni 2016 der 2.feuchteste seit Stationsbeginn knapp hinter dem Juni 2008 (175,2mm). Der Monat ist geprägt von einem sehr wechselhaftem Wettercharakter mit zahlreichen antlantischen Tiefdruckgebieten, die auch immer wieder für Abkühlung sorgen. Heftige Gewitter treten in Oberperfuss keine auf, ganz anders hingegen in Bayern wo enorme Schäden zu verbuchen sind.

2. Juli 2016: Nach ein paar milden Tagen kommt im Vorfeld einer Kaltfront eine südwestliche Höhenströmung auf, die sehr schwülwarme Luftmassen nach Tirol transportiert. Im Zuge der Kaltfront bildet sich am Nachmittag des 2. Juli eine heftige Gewitterfront, die auch im Raum Innsbruck für sintflutartige Regenfälle und Hagel sorgt. Begleitet durch stürmischen Wind fallen in Oberperfuss innerhalb von 25 Minuten 20,7mm Niederschlag und kleinkörniger Hagel. Am schlimmsten trifft es das östliche Mittelgebirge, wo an die 50mm Niederschlag fällt und beträchtlichen Schaden anrichtet.

Spätsommer 2016: Nach einem sehr wechselhaften Hochsommer 2016 kann sich erst ab Mitte August eine stabile Hochdrucklage über Mitteleuropa etablieren. Diese dauert dann jedoch bis Mitte September an und versorgt uns mit traumhaften Tagen mit viel Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen (16 Sommertage, 1 Hitzetag). Sowohl August (-18%), als auch September (-39%) fallen deutlich zu trocken aus und die Gletschermschmelze ist massiv. Die karge Sonnenscheinausbeute des bisherigen Jahres wird ebenfalls stark aufgebessert (August +10%; September +23%).

Oktober 2016: Nach einem traumhaften Altweibersommer im September, folgt der rapide Absturz im Oktober. Der gesamte Monat ist geprägt von kühlen Temperaturen (-1,0°C), Dauergrau und extrem wenig Sonnenschein (-36%). Österreichweit ist der Oktober 2016 der trübste seit 1998.

6. November 2016: Die Verbindung von polarer Kaltluft aus dem Norden und einem Genuatief sorgt in großen Teilen Tirols für massive Aufgleitniederschläge. In Oberperfuss fallen innerhalb von 24 Stunden knapp 25mm Niederschlag, im Wipptal und am Alpenhauptkamm sogar bis 50mm. Im Zuge der starken Niederschläge kommt es zu einem massiven Absinken der Schneefallgrenze und am Morgen des 7.11. erstrahlt sogar das Inntal in weiß.

November/Dezember 2016: Nach den starken Niederschlägen vom 6. November setzt sich eine massive Omegalage in Mitteleuropa durch. Hochdruck über Wochen hinweg sorgt für Sonneschein pur mit hohen Temperaturen im Gebirge und kalten/nebeligen Tagen in den Tälern und im Flachland. In Oberperfuss gibt es bis Ende Dezember in Summe 185 Sonnenstunden und nur 9mm Niederschlag. Extreme Trockenheit und hohe Waldbrandgefahr sind die Folge. Die Berge sind ähnlich wie letztes Jahr komplett aper.

8. Jänner 2017: Nach einer bitterkalten Nacht mit -16,9°C kommt es ab dem Abend des 7. Jänners zu starken Niederschlägen im Zuge einer Warmfront aus Norden. Da das Inntal randvoll mit Kaltluft gefüllt ist, treten keine Absinkbewegungen (Nordföhn) auf und der heftige Stauniederschlag der Alpennordseite greift bis nach Oberperfuss über. Bis Mittag des 8. Jänners schneit es ununterbrochen und im Hinterhof steigt die Schneehöhe auf 33cm an (28cm Neuschnee). Durch die tiefen Temperaturen (meist unter -5°C) ist der Schnee sehr locker und pulvrig.

Jänner 2017: Polare Kaltluft sorgt Anfang Jänner für rekordverdächtige Temperaturen und eine dicke Schneedecke in den Tälern Tirols. Nachfolgender Hochdruckeinfluss über 2 Wochen hinweg konserviert diese Kälte und sorgt für einen der kältesten Monate der letzten Jahre. Vor allem in den Tälern und generell im Osten Österreichs ist es der kälteste Jänner seit 1987. In Oberperfuss ergibt sich eine Mitteltemperatur von -4,81°C (-2,69°C Abweichung zum Klimamittel 1981-2010) was dem 2.kältesten Monat (nach Februar 2012) seit Stationsbeginn entspricht. Ein möglicher neuer Rekord wird durch milde Tage Ende Jänner verpasst.

4. März 2017: Im Februar 2017 kommt es durch südwestliche Anströmungen immer wieder zu Föhnlagen und folglich zu einem sehr warmen Monat (+2,92°C Abweichung) mit wenig Schnee. Am 4. März stellt sich durch ein starkes Tiefdruckgebiet über Frankreich wiederum eine massive Südföhnlage in Tirol ein. Bereits in den Morgenstunden greift der Föhn mit Sturmböen bis ins Inntal durch und verursacht in Innsbruck Windspitzen von knapp 100km/h. Am Patscherkofel werden Windgeschwindigkeiten von über 160km/h gemessen und die 77,2km/h in Oberperfuss bedeuten eine der höchsten Windgeschwindigkeiten seit Stationsbeginn.

März 2017: Häufige Südföhnlagen gepaart mit vielen sonnigen Tagen führen zum wärmsten März, der jemals in Österreich aufgezeichnet wurde. Österreichweit lag die Temperaturabweichung bei +3,5°C, wodurch der bisherige Rekordhalter (März 1994) knapp auf Platz 2 verdrängt werden konnte. Auch in Oberperfuss war der März 2017 mit 7,5°C (+3,5°C) der wärmste der 23-jährigen Stationsreihe. Kein einziger Tag im März war kälter als das langjährige Mittel und es konnte nie mehr als 1cm Schnee gemessen werden.

April 2017: Die erste Aprilhälfte verläuft durch häufige Föhnlagen sehr mild mit Temperaturmaxima über 20°C. Ein Italientief mit starken Niederschlägen beendet am 17./18. April den Vorfrühling und lässt den Winter zurückkehren. Schnee fällt dabei bis ins Inntal und auf den Bergen des Alpenhauptkamms gibt es fast 1m Neuschnee. Die folgenden Nächte sind klar und bitterkalt mit einem Temperaturminimum von -5,6°C im Hinterhof -6,3°C in der Oberen Gasse. Massive Schäden an der bereits blühenden Vegetation sind die Folge. 10 Tage später kommt es durch eine Kaltfront aus Norden wieder zur Bildung eines Italientiefs mit massiven Niederschlägen in Tirol. In Oberperfuss fallen an die 30mm Niederschlag und am Vormittag des 28. April sinkt die Schneefallgrenze wieder bis ins Inntal ab. 6cm Neuschnee im Hinterhof, 13cm in der Oberen Gasse und bis zu 70cm im Wipptal kommen zusammen. In der Folgenacht waren erneut Frostschäden zu beklagen.

Juni 2017: Andauernde Südlagen bringen extrem warme Luftmassen nach Mitteleuropa. Mit einer Abwechung von +3,1°C zum langjährigen Mittel ist der Juni 2017 der zweitwärmste in der jüngeren Klimageschichte nach dem Juni 2003 (+4,8°C). In Summe werden in diesem Monat 16 Sommertage und 5 heiße Tage gezählt. Bis auf heftige Gewitter am Monatsende verläuft der Juni außerdem sehr trocken. Die ohnehin sehr spärlichen Schneeresserven auf den Gletschern sind bereits Mitte Juni aufgebraucht.

September 2017: Eine Abweichung von -2,6°C bedeuten den kühlsten September in Oberperfuss seit 2001. Häufige Frontensystem aus Westen und auch einige Italientiefs bringen deutlich mehr Niederschlag als normal (+36%) und ein Defizit bei der Sonnenscheindauer von mehr als 40%. Auf den Gletschern und hohen Bergen kommt es zu einer extrem frühen Einwinterung.

11. Dezember 2017: Ein Tiefdrucksystem welches nördlich der Alpen von West nach Ost zieht verursacht eine massive Südföhnlage in den Ostalpen. In Oberperfuss bricht der Föhn am Nachmittag mit Böen bis 77km/h durch und verursacht innerhalb weniger Stunden eine komplette Schneeschmelze. In den typischen Föhnstrichen werden Orkanböen über 120km/h erreicht und auf den Bergen gibt es teilweise neue Rekordwerte. 176km/h am Patscherkofel und unglaubliche 236km/h auf der Elferspitze im Stubaital lauten die Spitzenwerte. Auf der Alpensüdseite gibt es teilweise bis 2m Neuschnee (Saas Fe).

4. Jänner 2018: Orkan Burklind wirbelt über Deutschland und verursacht dort massive Sturmschäden. Wir in Oberperfuss bekommen durch das Frontensystem massive Niederschläge ab (32mm). Durch die hohe Niederschlagsintensität sinkt die Schneefallgenze im Inntal bis auf Talniveau ab, während sie im Nordalpenbereich bei über 2000m liegt. Im Hinterhof fallen 10cm Nassschnee, während in der Oberen Gasse 25cm Neuschnee gemessen werden. Am Ende der Niederschlagsperiode steigt auch bei uns die Schneefallgrenze bis auf fast 2200m an und verursacht massive Lawinenabgänge.

16. - 23. Jänner 2018: Eine ganze Kette an Frontensystemen aus West bis Nordwest überquert die Alpen und bringt massive Niederschläge nach Tirol. Hauptsächlich betroffen sind das Arlberggebiet und die Nordalpen wo innerhalb einer Woche über 2m Neuschnee fallen. Zum ersten mal seit Februar 1999 wird in großen Teilen Nordtirols die Lawinenwarnstufe 5 ausgegeben. Schadlawinen bleiben Gott sei Dank aus. Durch den ständigen Wechsel von Warm- und Kaltfronten pendelt die Schneefallgrenze ständig zwischen 500m und 2000m was die Lawinensituation zusätzlich verschärft. Im Zuge der Warmfronten erreicht auch Oberperfuss sehr starker Niederschlag (76mm in 7 Tagen) meist in Form von Schnee und so liegen am Morgen des 22. Jänners 60cm Schnee im Hinterhof und 80cm in der Oberen Gasse. Danach steigt die Schneefallgrenze wieder rasant an fast die Hälfte des Schnees schmilzt wieder. Enorme Schneemengen in den höher gelegen Orten (St. Sigmund 120cm, Seefeld 150cm, Obergurgl 140cm) und auf den Bergen (Zugspitze 4m, Arlberg 5m).

Februar 2018: In der letzten Februarwoche gelangt durch eine nordöstliche Anströmung sibirische Kaltluft nach Österreich. Tagelanger Hochnebel und starker Ostwind sorgen für extrem negative Temperaturabweichungen. In Summe ist der Februar 2018 mit einer Abweichung von -2,7°C zum langjährigen Mittel einer der kältesten in den letzten Jahrzehnten. Der Tiefstwert wird am 28. Februar mit -16,9°C im Hinterhof und -18,5°C in der Oberen Gasse erreicht. An diesem Tag sinkt die Temperatur auf den Bergen unter -30°C (Brunnenkogel -32,4°C).

April 2018: Nach dem schneereichen Winter und dem kalten März türmen sich Anfang April noch die Schneemassen auf den Bergen. Beständige Südlagen mit Dauerföhn (Innsbruck 15 Föhntage) führen jedoch zum wärmsten April seit 1800, mit einer österreichweiten Abweichung von +4,8°C. Dies hat eine massive Schneeschmelze zur Folge, wodurch Schnee Ende April nur noch über 2000m zu finden ist. Extreme Trockenheit (nur 20% des normalen Aprilniederschlags).

Sommer 2018: Das Sommerhalbjahr (April - September) 2018 ist das mit Abstand wärmste in der jüngeren Klimageschichte. Österreichweit beträgt die Abweichung +2,6°C vom langjährigen Mittel, im bisherigen Rekordsommer (2003) betrug die Abweichung lediglich +1,5°C. In Oberperfuss war das Sommerhalbjahr um 2,4°C zu warm und außerdem extrem trocken (-25%) und sonnenscheinreich (+30%).

27. - 30. Oktober 2018: Ein Kaltluftvorstoß bis ins Mittelmeer führt zur Ausbildung von 2 Genautiefs innerhalb von 4 Tagen. Dies hat massive Stauniederschläge an der Alpensüdseite und heftigen Föhn an der Alpennordseite zur Folge. In den Karnischen Alpen fallen unglaubliche 650mm Niederschlag innerhalb von 4 Tagen (Plöckenpass) was ein 50-jähriges Hochwaser an der Drau auslöst. Bei uns fallen nach Föhnzusammenbruch 55mm Niederschlag und die Schneefallgrenze sinkt bis unter 1000m. Das 2. Genuatief entwickelt sich dabei zu einem Sturmtief und schwere Waldschäden in Südtirol und Kärnten sind die Folge. Auch im Tiefental gibt es Sturmschäden.

Hier finden Sie die täglichen Wetterwerte seit Registrierungsbeginn am 1.1.1998 für die Station Oberperfuss Hinterhof